Trotz Gegenwind im Höhenflug

„Bildungsgerechtigkeit ist möglich – wenn man sie zulässt!“,

so lautet das Fazit des Vereins für Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg e.V. nach dem ersten Prüfungsgang von baden-württembergischen Gemeinschaftsschülern zur mittleren Reife. Die junge Schulart positioniert sich klar als neue Talentschmiede im Land.

„Es zählt, was hinten rauskommt“ – wie oft mussten überzeugte Anhänger der Gemeinschaftsschule BW sich diesen Satz seit Einführung der Schulart im Jahr 2012 anhören. Vor den Sommerferien absolvierte der Starterjahrgang der Gemeinschaftsschule nun nach sechs Jahren Unterricht in der noch jungen und vielen nach wie vor fremden Schulform seine Realschulprüfungen.

„Wir sind rundum bestätigt - nun haben wir es schwarz auf weiß: die Gemeinschaftsschule ist eine Erfolgsgeschichte. Konkrete Entwicklungschancen für das einzelne Kind fügen sich zur großen Zukunftschance für den Bildungsstandort Baden-Württemberg“, resümiert Matthias Wagner-Uhl, Vorsitzender des Vereins für Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg e.V.

Das konkrete Ergebnis des ersten Prüfungslaufs zeigt eindrucksvoll auf, wie auf das einzelne Kind ausgelegtes längeres gemeinsames Lernen die schulische Leistung deutlich positiv befeuert: Die durchschnittlichen Prüfungsnoten der Gemeinschaftsschul-SuS in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch lagen minimal unter jenen der AbsolventInnen der tradierten Realschule.

„Die Schülerzusammensetzung zeigt, wie prächtig sich unsere SuS entwickelt haben – wir haben mit einer deutlich schwächer eingeschätzten Schülerschaft vergleichbare Ergebnisse wie die Realschulen erreicht“, sagt Wagner-Uhl. Man sei auf Augenhöhe – und noch mehr!

Denn: Die aktuellen Prüfungsergebnisse wurden an der Gemeinschaftsschule mit einer Schülerzusammensetzung von 60 Prozent Hauptschul-Empfohlenen sowie 28 Prozent Realschul-Empfohlenen erzielt. An der Realschule trugen hingegen lediglich 27 Prozent Hauptschul-Empfohlene, 55 Prozent Realschul-Empfohlenen sowie 18 Prozent gymnasialempfohlene Kinder zum aggregierten Prüfungsergebnis bei. „Hier verzerrt sich das Bild und es ist wichtig, beim Vergleichen von Zahlen genau hinzusehen, wer an den Prüfungen beteiligt ist“, sagt der Vereinsvorsitzende, denn „unsere stärksten zwölf Prozent an SuS wechseln nach gymnasialer Versetzungsordnung in eine Oberstufe - und tragen so gar nicht zu den guten Prüfungsergebnissen bei“.

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Nach erfolgreichem Abschluss der ersten Jahrgänge: Gemeinschaftsschulleiter im Austausch mit grünen Landespolitikern

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Fünf Jahre Gemeinschaftsschule – Besuch beim Festakt in Stuttgart

Ministerpräsident Winfried Kretschmann sieht die Gemeinschaftsschule fünf Jahre nach ihrem Start als Pionier auf vielen Gebieten. „Gemeinschaftsschulen sind leistungsstarke Schulen, die sich in kurzer Zeit sehr positiv entwickelt haben“, sagte der Politiker.  Inzwischen gibt es mehr als 300 Gemeinschaftsschulen im ganzen Land, mehr als 50000 Schülerinnen und Schüler besuchen diese Schulart, das heißt jede/r sechste Schüler/in wechselt nach der 4. Klasse auf eine Gemeinschaftsschule.

Die Gemeinschaftsschule bietet ein wohnortnahes Schulangebot mit allen Bildungsstandards und bereitet auf alle Schulabschlüsse vor. Durch individuelles Lernen tragen Gemeinschaftsschulen zu mehr Bildungsgerechtigkeit und damit zu größerem Bildungserfolg bei. Die Lehrer und Lehrerinnen bereiten den Unterricht auf drei Niveaustufen vor, der auf die Bedürfnisse der Schüler und Schülerinnen eingeht. Es gibt individuellen Unterricht, aber auch lehrerzentrierten Unterricht. Die Gemeinschaftsschule ist eine innovative Schule, die mit ihrem pädagogischen Konzept und hohem Einsatz genau auf die Herausforderung eingeht, vor der wir verstärkt stehen – der zunehmend vielfältigen Schülerschaft. Wenn Schülerinnen und Schüler gemäß ihrer individuellen Fähigkeiten auf ganz unterschiedlichen Lernwegen ihr Ziel erreichen, dann profitieren die Schwächeren und die Leistungsstärkeren auf diesem gemeinsamen Weg.

Die Erfolge sprechen für sich: Der deutsche Schulpreis für herausragende Unterrichtskonzepte 2017, der bundesweite Wettbewerb „Starke Schule“ 2017 und die Auszeichnung  „Smart School“ (Auszeichnung für digitale Infrastruktur, das pädagogische Konzept, Qualifizierung der Lehrkräfte) gingen an Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg.